Weihnachtskarten mit Geschichten

FĂĽr jede verkaufte Karte gehen 50Rp. an ein Projekt.
Format A5 (wenn nichts anderes vermerkt) 250g/m2

Art.Nr. 111.921G und 111.922G

CHF 5.00
Format: 14x14cm

Caspar, Melchior und Balthasar

Textausschnitt:
Wir haben einen Stern gesehen im Aufgang. Er ging vor uns her und wir sind im gefolgt.» Wie er denn aussehe, fragte der Astronom und Spott stand ihm im Gesicht. Die drei alten Männer aber beschrieben den nachts wegweisenden Stern als wunderbar leuchtend und mit tausend Zacken versehen. Sie sprachen vom geheimnisvollen Licht, durch dessen Kraft sie sich geführt wüssten. Sie waren alt geworden, Caspar, Melchior und Balthasar, und ahnten ein erlösendes Ziel. Der Astronom lachte sie aus, sprach davon, dass Sterne keine Zacken hätten, er redete von Planeten, von Galaxien, von der Unendlichkeit des Kosmos, und dass darin einem einzelnen Stern keine Bedeutung zukäme. Er schimpfte die alten Männer naiv in ihrem kindlichen Glauben. Die drei alten Männer indes vertrauten weiter auf die Macht des entdeckten Lichts am nächtlichen Himmelszelt. Der Gelehrte blieb kopfschüttelnd zurück, als Caspar, Melchior und Balthasar in der Abenddämmerung ihren Weg weiter zogen. Nach stundenlanger Wanderung durch die Nacht . . .

Geschichte von Inge Sprenger Viol, Meilen

Illustrationen dazu von Lorenz Röthlisberger, Thun




Art.Nr. 110.140 und 110.141

CHF 5.00

Der Sommerweihnachtsbaum

Textausschnitt:
Wie jedes Frühjahr, wenn die Zeit der Aussaat kommt, «pflanzt» Anna den kahlen Weihnachtsbaum in ein vorbereitetes Gartenbeet und steckt rundum Erbsen in den Boden. Süsse Zuckererbsen und gelbe für die Suppe, dazwischen duftende Staudenwicken. Bald ranken sich die Pflanzen am Gerippe hoch und verwandeln es in einen blühenden, duftenden und von Schmetterlingen umschwärmten Sommerweihnachtsbaum. Ab und zu erntet Anna eine Handvoll der prall gefüllten Erbsenschoten und kocht sie zusammen mit den ersten zarten Karotten zu einem feinen Gemüse. Die restlichen Erbsen trocknet sie im Hinblick auf die kältere Jahreszeit für wärmende Suppen. Ist das Gartenjahr zu Ende, wird der Baum zu Brennholz kleingehackt.
Just heute Morgen, eine gute Woche vor Heiligabend, hat Anna das letzte BĂĽndel Holz in die KĂĽche geholt und die letzten getrockneten Gelberbsen eingelegt. . . .
Für wen diese Golderbsensuppe das Leben verändert, sei hier nicht verraten.

Geschichte von Hanes Pfister, Riehen

Illustrationen dazu:
Art.Nr. 110.140 von Irma Hediger, Lenzburg

Art.Nr. 110.141 von Silvia Madeleine Arnold, Hochdorf




Art.Nr. 109.211
CHF 5.00

Theos Weihnachtslicht

Textausschnitt:
Es begab sich in einer sternklaren und schwĂĽlwarmen Sommernacht, just zum Zeitpunkt, als die Sonne das Sternbild des Sirius durchwanderte. Inmitten eines Sternhaufens unweit der Milchstrasse sass ein kleiner Stern, der sich sehr, sehr langweilte.
«Ich bin es satt, einfach nur dazusitzen und still vor mich hin zu leuchten. Wen kümmert es, dass mein Licht nach einem halben Lichtjahr in den unergründlichen Weiten des Universums verloren gegangen sein wird?» «Das ist doch unsere Bestimmung», entgegnete sein Nachbar, ein Winzling wie er.
...
Da lag er nun, der Winzling, unbemerkt in ihrem Gartenbeet, bis ihn Frau Knoblauch eines Tages beim Ernten unter einem Salatkopf entdeckte. Sie hob ihn auf und legte den sonderbaren Stein in die Ecke direkt neben der Eingangstür zum Gartenhaus. Dort blieb er nun für den Rest des Sommers. Tief in seinem Innern spürte er, dass seine Leuchtkraft unter den wärmenden Sonnenstrahlen allmählich wieder zunahm. Des Nachts war ab und zu ein zaghaftes Funkeln zu sehen.
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Geschichte von Hanes Pfister, Riehen

Illustrationen dazu:
Art.Nr. 109.210 von Conny Lehmann, Boll-Sinneringen

Art.Nr. 109.106 von Silvia Madeleine Arnold, Hochdorf

Art.Nr. 109.103 von Silvia Madeleine Arnold, Hochdorf







CHF 5.00

Himmlische Diplomatie

Textausschnitt:

Wieder einmal neigte sich ein Jahr dem Ende zu und Weihnachten stand vor der Tür. Die drei Schwestern Lachen, Lächeln und Schmunzeln vom Planeten Freude-Frohmut schauten kopfschüttelnd dem hektischen Treiben der Menschen zu. «Da rennen sie, hetzen durch die Strassen und stürmen die Geschäfte, um all ihre Geschenke einzukaufen», sagte das Lächeln. «Seht doch nur diese ernsten, verkniffenen Gesichter! Eigentlich wollen sie etwas Gutes tun, und doch ist da kaum einer, der sich wirklich von innen heraus daran erfreut!»

«Dabei bräuchten sie sich doch nur an uns zu wenden», meinte das Lachen. «Dann hätten sie eine Gabe, die sie das ganze Jahr verschenken könnten.»

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«Also, liebe Schwestern, dann lasst uns etwas dagegen unternehmen», antwortete das Schmunzeln, die kleinste und cleverste der Schwestern. «Wie wäre es, wenn wir unsere Brüder Grübeln, Ärgern und Sorgen zu unserem Weihnachtsfest einladen würden? Das würde diese von ihrem Übereifer ablenken und gäbe den Menschen die Gelegenheit, sich vermehrt mit der Freude als Quelle der Weihnachtsbotschaft zu befassen.»

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Geschichte von CĂ©cile Hammel-Brun, Heerbrugg
Illustration von Susanna Wälti, Münchenbuchsee



CHF 5.00

Der Esel Heribert

Textausschnitt:
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Sarah kuschelte sich mit einem wohligen Gefühl in ihre Decke; der Grossvater schob da und dort ein Kissen unter und schwieg. Es war ein trüber, regnerischer Tag und in der Wohnstube war es fast ein wenig dämmrig. Sarah genoss es, verwöhnt zu werden.
«Grossvater, erzähl mir eine Geschichte», sagte sie auf einmal in die Stille. «Was für eine Geschichte?», fragte der Grossvater mit geschlossenen Augen. «Ich weiss nicht», antwortete sie, «vielleicht eine vom Sankt Nikolaus.» «Aha», brummte der Grossvater. «Der Nikolaus ist doch ein alter Mann und du bist auch ein alter Mann, also musst du ihn kennen. Du kennst ja auch alle alten Männer im Haus», versuchte sie ihn zu überzeugen. «Eigentlich logisch, ich bin ein alter Mann, und ich kenne fast nur alte Männer», kicherte der Grossvater und dachte nach. «Habe ich dir die Geschichte vom Nikolaus und seinem Esel Heribert schon erzählt?». Sarah schüttelte den Kopf.
«Also das war so, als ich einmal im Wald Pilze suchte, traf ich ganz zufällig den Nikolaus.
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Geschichte von Hanes Pfister, Riehen
Illustration von Silvia Madeleine Arnold, Hochdorf





CHF 5.00

Das blaue Wunder

Textausschnitt:

Der Schmied in unserem Nachbardorf heisst Gabriel Engel. Und er ist nicht nur Schmied, nein, er ist auch ein Philosoph und Künstler. Von seinen ausgedehnten Gängen durch Feld und Wald bringt er immer Kräuter, Steine und andere Fundstücke mit nach Hause.
Vor einiger Zeit fand er am Waldrand bei einem Haufen Steine, die fleissige Bauern aus den umliegenden Feldern zusammengetragen hatten, einige verrostete Eisenteile. Der Zahn der Zeit hatte dem, was wohl vor Jahr und Tag Teil eines Pfluges gewesen sein mochte, arg zugesetzt, aber auch Spuren von eigentümlicher Schönheit hinterlassen. Und je länger er den Eisenschrott betrachtete, desto mehr faszinierten ihn die rotbraun schimmernden Bruchstücke. „Damit möchte ich etwas machen", dachte er, löste die Teile behutsam vom Waldboden und legte sie in den Rucksack. In Gedanken versunken wanderte er weiter und auf dem Heimweg fügten sich in seinem Kopf die Teile zu einem Ganzen zusammen.

Ein Engel sollte es werden.
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Geschichte von Hanes Pfister, Riehen
4 Illustration von Sibylle Wehren, Arisdorf


CHF 5.00

Seife ist nicht nur zum Waschen da.

Textausschnitt:
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„Grossvater, weisst du was" fragt Sarah „ich wünschte, es würden Weihnachtskugeln aus diesen Seifenblasen, und du und ich würden einen ganz, ganz grossen Weihnachtbaum damit schmücken. Und dieser Weihnachtsbaum, der wäre nur für mich und für dich ganz allein, und es wäre unser Geheimnis."

„Nun ja" sagte der Grossvater „Wünsche sind dazu da, erfüllt zu werden - ganz besonders in der Weihnachtszeit." Dann stehen sie noch eine Weile nebeneinander und sehen zu, wie der Schnee langsam dem Balkongeländer eine Haube aufsetzt, und Sarah schiebt ganz sachte ihre kleine Hand in Grossvaters grosse, warme Hand.

Als Sarah am nächsten Tag aus dem Kindergarten kommt, fragt der Grossvater: "Hast du schon gegessen?" Sarah nickt. „Gut, dann gehen wir zusammen auf den Weihnachtsmarkt."

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Geschichte von Hanes Pfister, Riehen
Rezept für die weltbesten Bratäpfel
Illustration von Ellen schneider, Basel


CHF 5.00

www.jinglebells

Textausschnitt:

Es war an einem schwülheissen Nachmittag Ende August, als es beim St. Nikolaus an der Haustür klingelte. Der Nikolaus war eben ein wenig in seinem Schaukelstuhl eingenickt und träumte von einem Berg aus Himbeereis, als es zum zweiten Mal klingelte. Es wird eines meiner Rentiere sein, das mit den weichen Nüstern den Messingklingelknopf poliert, dachte er. Der Nikolaus besass nämlich nicht nur einen Esel sondern auch noch vier Rentiere, die seinen Schlitten zogen.
Schläfrig erhob er sich, schlurfte zur Tür und schloss auf. „Gütiger Himmel!“ knurrte er mit seinem tiefen Bass, als er erkannte, dass der liebe Gott persönlich draussen stand. „Grüss Gott genügt“, sagte der liebe Gott milde und legte das Paket, das er bei sich hatte, auf die Bank neben der Haustür. „Ich bringe dir den neuen Laptop und das Handbuch mit den Instruktionen“, fuhr er fort, „denn nach meinem allmächtigen Ratschluss müssen einige Abläufe im Himmel reorganisiert werden und dazu gehört – wie du weisst – auch das Erfassen aller Weihnachtswünsche. ...
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Geschichte von Hanes Pfister, Riehen
Illustration von Bernhard Räz, Magden


CHF 5.00

Der Stärnehimmel

Textausschnitt:

Ds Fabi isch im Bett gläge. Eigetlech hets Fabienne gheisse und eigetlech hätts scho lang sölle schlooffe. Aber es het gäng no gstudiert, was es sym Götti chönnt schänke.
Jetz isch es süferli zum Bett uus und a ds Fänschter füre, het das lysli ufgmacht und usegluegt i di chalti Winternacht. Millione vo Stärnli hei am Himmel obe gfunklet.
Erscht wos es tschuderet het, isch ds Fabi wider i ds Bett zrügg; ds Fänschter hets es Spältli offe gloh, für di früschi Luft.
U dür das Spältli isch gly druuf es Stärnli yne choh.
„I weiss was!“, het das ganz ufgregt gchüschelet. „Mir machen e Zeichnig!“ Ds Fabi het e Mouggere gmacht u gmeint: „Der Götti het doch scho so mängi Zeichnig.“ „Aber so eini no nid.“
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Berndeutsche Geschichte von Ueli Stuber, Grenchen
Illustration von Bernhard Räz, Magden


CHF 5.00

Ds chlyne Cherzli

Textausschnitt:

Es wysses Geburtstagscherzli – so eis, wo men uf e Chueche steckt – het sich verirrt. Usgrächnet bi de Wienachtscherzen isch es glandet.
Merci, het das es Glächter ggäh! „Was wottsch jetz du Grööggel do bi üüs?“, hei si glachet und: „Söttsch du nid no chlei voruse go wachsen u gross wärde?“
Use, das hätt ds Geburtstagscherzli scho wölle. Aber wie? Der Dechel vo der Schachtlen isch zue gsei und äs het müesse do innen i der Fyschteri blybe. Sicher syge jetz syni Gspäänli alli am ne Chindergeburtstag, heiges luschtig, chönni lache u lüüchte...
Einisch het me d Schachtle gnoh, d Cherzene sy uf e Tisch gläärt worde, rumpel-pumpel dürenander.
„Eh, lue do“, het ungereinisch e hälli Meitschistimm gseit, „es Geburtstagscherzli zmitts i de Wienachtscherzli.“
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Berndeutsche Geschichte von Ueli Stuber, Grenchen
Illustration von Käthy Keller, Magden


CHF 5.00

Es TĂĽĂĽrli

Textausschnitt:

„Was isch das: Es Tüürli tuet sich uuf?“, het der Jonas wölle wüsse. „Eh, du machsch doch all Tag es Tüürli uuf a dym Adväntskaländer“, het ds Mueti gseit. Aber der Chly isch nid zfride gsi: „Nei. I meine nid das. Ds Gotti het das gseit, wo du mit ihm über e Vati hesch gredt.“ „Hesch wider müesse lose!“ „Mm. I ha nid müesse lose. I ha wölle.“
Ds Mueti het grad der Tisch ddeckt für ds Znacht. Ds Gotti vom Jonas isch do gsi cho nes Päckli bringe. „Aber de erscht a der Wienachte ufmache, gäll!“
„Äbe“, het ds Mueti probiert z erkläre. „Im Läbe geit mängisch ou es Tüürli uuf, wo me gar nid ddänkt hätt. Öppis geit plötzlech, wes vorhär scho nid het wölle goh.“
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Berndeutsche Geschichte von Ueli Stuber, Grenchen
Illustration von Bernhard Räz, Magden


CHF 5.00

Dä tuusigs Samichlous!

Textausschnitt:

Was isch de ömel ou los?“ „Werum? Was gits?“ „Der Samichlous isch no niene!“ So hei d Wulke lysli zäme prichtet u sy flatterig am Himmel obe dürenang gfahre.
„Jetz fohts scho aa ynachte“, het e schwarzi Wulke gseit. „Söll ig ächt e chlei donnere?“ „Aber, Gwitterwulke!“, het en anderi gseit. „Doch nid es Gwitter am sächste Dezämber – was dänken ou d Mönschen uf der Ärde unger!“
Di erschte Stärne sy scho ufgfahre u hei zwüsche de Wulke düre bblinzlet. „I gseh ne, der Samichlous“, het ungereinisch e Stärn gseit. „Wo?“ „Dört. Im Wald. Vor sym Hüsli uf der Terrassen usse pfuuset er im Ligistuel u schnarchlet. I der volle Montur: Huet u Mantel u Stifel.“
„Jä – de söll ne doch der Schmutzli go wecke!“, het di dickschti Wulke gchäderet. „Der Schmutzli schlooft ou: näbezuchen i der Hängematte. Am Müürli aa steit der Sack.“
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Berndeutsche Geschichte von Ueli Stuber, Grenchen
Illustration: Foto von Wasserkristall von E. F. Braun, Burgistein